Davao for beginners
7 09 2010Es waren zwei vollgestopfte Tage seit meinem letzten Eintrag!
Am Montag war ich zum ersten Mal im Büro und habe mir dort alles angeschaut. Außer mir und momentan noch Olivia arbeiten dort zwei deutsche Fachkräfte (Inge und Daniel) sowie eine philippinische Verwaltungskraft (Hope) und ein weiterer philippinischer Mitarbeiter (Francis), der sowas wie eine Mischung aus Hausmeister, Security und Mädchen für alles ist. Alle waren super gespannt auf mich und haben mich sehr nett begrüßt. Das Haus, in dem das Büro ist, ist echt schön. Groß, hell und seit kurzem auch klimatisiert – da kann mans aushalten. Inge hat mir dann eine kurze Überblickseinführung in den Arbeitsalltag gegeben und danach hat Olivia mich wieder unter ihre Fittiche genommen, und mir gezeigt, was meine Aufgaben sein werden. Dazu mehr, wenn ich auch wirklich mal in den Arbeitsalltag eingestiegen bin (nächste Woche, schätze ich). Aber fest steht ja, dass ich absolute Schreibtischtäterin sein werde und viel Bürokram erledigen werde, bspw. Pressespiegel zusammen stellen, Daten sortieren und ähnliches.

Unser Büro und Inge, die der Nachbarin zuwinkt
Abends war ich dann noch mit Inge schwimmen, das hat sehr gut getan (Wasser in der Hitze + Bewegung nach einem langen Tag voller Input = supi). Und dann haben wir lecker gegessen und zu Hause einen Tatort geguckt, den Daniel aufgenommen hat. Alles in allem ein wunderbarer Tag mal wieder.
Heute war ‚Davao for beginners‘-Tag. Olivia und ich haben uns um 9 im Büro getroffen, wo ich jetzt auch alleine hinfinde (allerdings nur im Taxi bis jetzt ;-)). Dann sind wir im Jeep(ney) bis zur Sprachschule gefahren. Diese Fortbewegungsmittel besteht aus alten Jeeps, die so umgebhaut sind, das im langen hinteren Teil auf jeder Seite eine Bank angebracht ist, auf der die Leute sitzen. Diese Jeeps fahren feste Routen ab, und man kann überall ein- und aussteigen. Wenn man rauswill, klopft man an die Decke und gibt sein Geld an den Fahrer. Ziemlich cool.
In der Sprachschule habe ich mit der Leiterin gesprochen und mich für den nächsten Cebuano-Kurs angemeldet. Der fängt leider erst am 25. Oktober an und geht vier Wochen. D.h., ich arbeite mich jetzt erst im Projekt ein, mache dann den Sprachkurs (hoffentlich hab ich bis dahin son bisschen was aufgeschnappt – bis jetzt kann ich nur ‚Danke’/’Salamat‘) und dann ist auch schon Ende November – also fast Weihnachten. Die Sprachschule ist echt ganz hübsch, mit nem großen Garten, vielen Einzelunterrichtseinheiten. Ich freu mich schon! Haben dann da auch noch die ’social hour‘ miterlebt, da guckt man Videos über die philippinische Kultur, oder hört Musik. Der Film ging 20 min, war schon etwas älter (so aus den 80ern) und machte Propaganda für die spanischen Christen, die den Philippinen den Glauben und Entwicklung gebracht haben. Die Schule ist dafür aufgebaut worden, um Missionare auf ihre Arbeit vorzubereiten und hat nen ziemlich starken katholischen Bezug, ich muss mir da bestimmt öfters mal auf die Zunge beißen. Kirchenkonformität (ich will nicht Hörigkeit sagen, das könnte als starke Wertung aufgefasst werden…) scheint mir sehr verbreitet zu sein. Man findet auch viele kleineren privaten Glaubensgemeinschaften, die ihren Gebäuden nach zu urteilen, ordentlich Geld mit ihrem Glauben machen…
Der Rest des Tages bestand aus weiteren Stationen beim DHL Service Centre, dem Immigration Office, einem Spaziergang in der Mittagshitze durch eine der zentralen Straßen, einem Besuch auf dem Markt, wo ich mal wieder Obst eingekauft habe, und dann sind wir noch zu Olivias Wohnung gefahren (immer mit Jeep oder Tricycle). Ihr Zimmer, das ich am Montag beziehen werde, ist hell und nett und hat ein eigenes Bad, der Rest vom Haus (Gemeinschaftsküche und so) ist auch schön. Mit der Vermieterin ist jetzt auch geklärt, dass wir am Montag den Vertrag unterschreiben.
Danach haben Olivia und ich uns getrennt (ihre Geduld für mich ist echt unendlich) und ich bin zum ersten Mal alleine Jeep gefahren. Obwohl mein Klopfen zu leise war, bin ich richtig raus gekommen, weil mir alle geholfen haben. Die Leute sind echt alle so nett.
Fotos von der Stadt gibt es noch nicht so viele, weil ich mich bis jetzt nicht traue, fremde Menschen und ihre Läden/Essensstände/Marktstände etc. zu fotografieren. Man fällt hier als ‚Weiße‘ eh schon so unendlich auf, dass ich mich nicht auch als blöde Touristin gebärden möchte. Ich arbeite dran, ich hoffe, demnächst gibts mehr Bilder.
Schreibt mir, oder seid mal tagsüber bei Skype! Viele Grüße 🙂