nochmal eben kurz…

22 01 2011

… bevor ich wieder fuer zwei Wochen abhaue aus Davao!

Bin jetzt also wieder drei Wochen im Buero gewesen und es war ziemlich viel zu tun. Alle waren sie wieder da, die Abrechnung fuer 2010 sowie die Budgetplanung fuer 2011 muessen gemacht werden, die Programmleitung wechselt zum 01.03., der neue Kollege wird allmaehlich eingearbeitet, und dazu kommt ja auch noch das Tagesgeschaeft. Ich habe zwar mit Finanzen gar nichts und mit Einarbeitung nur am Rande was zu tun, aber wenn alle hin und her wuseln, ist die Stimmung doch deutlich energischer und irgendwo faellt immer was an. Mir gefaellts! Ausserdem war auch das Team aus Cotabato (field office in Zentralmindanao, wo ich nicht hin darf) wieder fuer anderthalb Tage da. Es ist immer schoen, die anderen Kollegen zu sehen und ausserdem was von der Planung fuer die Aktivitaeten ausserhalb Davaos mitzubekommen.

Mein eigenes Projekt ist auch ein ganzes Stueck vorangekommen. Ich habe ja von Olivia die letzten Schritte der Produktion einer Broschuere zum Konflikt in Zentralmindanao uebernommen und die deutsche Version wurde dann im November 2010 fertig. Jetzt bin ich seitdem dabei, die Erstellung der englischen Ausgabe zu koordinieren und in dieser Woche ist das Layout fertig geworden. Jetzt kommt noch ein letzter Korrekturdurchgang von Seiten der Geschaeftsstelle in Bonn, und dann ist es hoffentlich fertig!

Die endgueltige Fertigstellung muss aber noch bis Anfang Februar warten, weil ich bis zum 06.02. nicht in Davao weilen werden. Morgen geht es ganz frueh los (breche um 5.30 zum Flughafen auf – wuaergs), dann treff ich mich im Laufe des Vormittags mit drei anderen Freiwilligen in Manila am Flughafen und dann fliegen wir zusammen fuer eine Woche Urlaub nach Coron/Busuanga (das ist eine kleine Insel, noerdlich von Palawan gelegen). Und im Anschluss haben wir gemeinsam mit noch weiteren Freiwilligen das Zwischenseminar, das zum weltwaerts-Programm gehoert. Da soll sichergestellt werden, dass es uns gut geht und so ein paar Zwischenergebnisse gesammelt werden, glaub ich. Naja, ich lass mich mal ueberraschen. Hatte ja bei meinem Vorbereitungsseminar eigentlich auch keine Ahnung, was mich da erwarten wuerde. Und es war trotzdem gut.

Ansonsten gibt es keine grossen Veraenderungen in Davao. Ich bin immer noch mit den gleichen Leuten befreundet, letztes Wochenende war wieder ein Bootstrip mit schnorcheln und tauchen (uebrigens kein Sport fuer mich glaub ich, ich hab es mal kurz ausprobiert und mich sehr unwohl gefuehlt… mal gucken, aber erstmal hab ich jetzt kein Beduerfnis nach einem ganzen Kurs), danach eine Geburtstagsparty. Alles entspannt meistens 🙂

Manchmal geht es mir allerdings auch nicht so gut. Das Weihnachtsheimweh habe ich einigermassen ueberwunden und zeitgleich bin ich auch die Erkaeltung losgeworden (Zufaelle gibts…), aber am Mittwoch hatte Pia dafuer schlimme Neuigkeiten. Sie arbeitet als Freiwillige zweimal die Woche in einem Heim fuer missbrauchte Maedchen, und am vergangenen Wochenende wurde eine 18jaehrige auf dem Weg zum College im Jeep erschossen. Man vermutet, dass es der Vergewaltiger war, der sich jetzt der einzigen Zeugin entledigt hat. Und man kann wahrscheinlich nichts nachweisen. Es kann zwar gut sein, dass der Typ es aufgrund der Selbstjustiz des regierenden Buergermeisters nicht ueberleben wird, aber diese Haerte scheint ja nicht auszureichen, um Menschen von solchen Taten abzuschrecken. Ich finde es einfach nur schrecklich und war ziemlich traurig, nachdem ich es gehoert habe. Aber machen kann man trotzdem nichts und man muss mit dieser Ungerechtigkeit irgendwie klarkommen. Naja.

Dieses Mal gibt es keine Bilder, aber im Februar berichte ich dann auch visuell untermalt von Busuanga und Manila.

Ich hoffe es geht euch allen gut und ich entschuldige mich bei allen, die noch auf Emails von mir warten. Oben steht ja, wieso ich nicht so viel Zeit und Nerv hatte. Und von allen, die mich dauernd beim skypen versetzen, erwarte ich Kniefaelle und Kaesekuchen, wenn ich nach Hause komme!

Ich hab euch lieb, auch die treulosen Tomaten unter euch! Bis bald!

Eure Lara



Frohes neues Jahr!

8 01 2011

Hallo ihr Lieben!

Auch wenn es urspruenglich nicht geplant war, dass ich nur einmal pro Monat blogge, scheine ich es momentan nicht oefters zu schaffen. Tut mir sehr leid, aber dafuer versuche ich mich mit vielen Fotos zu entschaedigen… und ausserdem auch immer wieder individuelle Emails zu schreiben!

Nun denn – ich hoffe, ihr hattet ein wunderschoenes Weihnachtsfest in den deutschen Schneemassen (oder wo auch immer ihr euch so rumtreibt… habe gehoert, in Kasachstan sind es seit Wochen minus 30 Grad… brrr) und seid gut in 2011 reingekommen. Ich werde mal ein bisschen berichten, wie Weihnachten und Silvester hier so waren.

Mein erstes Weihnachten weit weg von zu Hause in einer voellig fremden Klimazone war schon etwas seltsam. Man kann sozusagen behaupten, es waere gar nicht Weihnachten gewesen. Die Filipinos singen zwar mit wachsender Begeisterung Weihnachtslieder (in den Wochen vor den Feiertagen ziehen Kindergruppen durch die Strassen und singen allen, die es hoeren wollen (und auch denen, die es nicht hoeren wollen) was vor – kurz vor Weihnachten selbst gehen dann auch Gruppen von Erwachsenen rum), dekorieren alles mit bunten blinkenden Lichtern und essen in Massen, aber bei mir ist die richtige Stimmung nicht aufgekommen. Wir haben hier in Davao in der Adventszeit mit Freunden zwei Weihnachtsparties gehabt, bei denen wir Karaoke gesungen und Werwolf gespielt haben. Und dann gab es noch ein Jahresabschlusstreffen vom gesamten forumZFD Team, das war sehr gemuetlich und es haben sich endlich mal alle Kollegen aus Davao, Cotabato und Butuan kennengelernt (mit einigen hatte ich vorher nur per Email kommuniziert). Aber keine selbstgebackenen Kekse, kein Gluehwein, draussen sitzen im T-Shirt nachts, kein Weihnachtsbrunch am 23. Dezember mit den anstrengendsten Freunden der Welt, keine Muppets-Weihnachtsgeschichte, kein Baum schmuecken. Wie sehr solche Rituale doch die Stimmung beeinflussen!

gute Laune beim Karaoke :)

gute Laune beim Karaoke 🙂

Um dem Heimweh zu entkommen, bin ich mit zwei anderen Freiwilligen (Linda und Pia, aus Oesterreich und Deutschland) fuer zehn Tage nach Palawan geflogen. Wir haben dort in einem sehr einfachen Cottage gelebt, am Strand rumgegammelt, lecker Meeresfruechte gegessen, eine Bootstour zu kleinen Inselchen mit huebschen Lagunen gemacht, einen unterirdischen Fluss befahren und generell viel gequatscht, gelacht, gelesen und entspannt. Es war sehr seltsam, auf einmal voelliger Tourist zu sein, denn in Davao kennen wir uns mittlerweile ja zumindest schon einigermassen aus und fuehlen uns ein bisschen heimisch. Hat aber interessanterweise dazu beigetragen, dass wir uns alle drei sehr schnell so gefuehlt haben, als ob wir voellig woanders waeren, und das hat gegen das Heimweh geholfen.

Palawan besticht vor allem durch eine schoene Landschaft, ansonsten hat es touristisch nicht so viel zu bieten. Aber wer gern schwimmt, schnorchelt und taucht, hat hier Spass. Und der unterirdische Fluss war auch ziemlich toll.

Ausblick vom Strand in El Nido, Palawan

Ausblick vom Strand in El Nido, Palawan

Die andere Seite der Bucht in El Nido... die Sonner glitzert so schoen auf dem Wasser!

Die andere Seite der Bucht in El Nido... die Sonner glitzert so schoen auf dem Wasser!

nette Bars am Strand mit Livemusik und gutem Seafood... das Leben kann so schoen sein!

nette Bars am Strand mit Livemusik und gutem Seafood... das Leben kann so schoen sein!

Palmenwald mit Strand dahinter. Unser ganz privates Tropenparadies, ausser uns waren vielleicht noch 6 Leute da an dem Tag!

Palmenwald mit Strand dahinter. Unser ganz privates Tropenparadies, ausser uns waren vielleicht noch 6 Leute da an dem Tag!

Die drei Grazien! v.l.n.r.: Linda, Lara (mit kurzen Haaren!) und Pia

Die drei Grazien! v.l.n.r.: Linda, Lara (mit kurzen Haaren!) und Pia

Bootsausflug.

Bootsausflug.

Hihi. Was macht der am Strand??

Hihi. Was macht der am Strand??

In Bussen und Jeeps wird nicht auch nur ein Kubikzentimeter Platz verschwendet!

In Bussen und Jeeps wird nicht auch nur ein Kubikzentimeter Platz verschwendet!

In Wirklichkeit waren wir auf Dagobah und nicht auf Palawan...

In Wirklichkeit waren wir auf Dagobah und nicht auf Palawan...

... und Yoda hat sich als Leguan verkleidet!

... und Yoda hat sich als Leguan verkleidet!

echtes Urwaldfeeling mit frechen Affen!

echtes Urwaldfeeling mit frechen Affen!

Und da gehts in den unterirdischen Fluss. Die Fotos von innen sind leider nichts geworden, da war es halt zappenduster. Aber ganz schoen beeindruckend, wir sind fast 2 km in den Berg gefahren.

Und da gehts in den unterirdischen Fluss. Die Fotos von innen sind leider nichts geworden, da war es halt zappenduster. Aber ganz schoen beeindruckend, wir sind fast 2 km in den Berg gefahren.

Silvester haben wir wieder in Davao verbracht. Das war eher eine ruhige Angelegenheit, da der strenge Buergermeister, der hier seit 8 Jahren oder so kraeftig aufraeumt (googelt mal „Davao Death Squads“… da wird einem echt anders), Feuerwerk verboten hat. Linda und ich waren bei Dennis und seiner Familie eingeladen. Filipinos verbringen Silvester oft mit ihrer Familie und gehen dann erst spaeter raus, wenn ueberhaupt. Im Prinzip haben wir vor allem viel gegessen – wie koennte es auch anders sein – und dann hab ich den ganzen Abend mit Dennis auf der Terasse gesessen, Wein getrunken und gequatscht, waehrend Linda in der Haengematte neben uns geschlafen hat. War ein netter Abend, aber irgendwie auch nicht wirklich Silvester. Nunja, naechstes Jahr kann ich ja dann wieder Raclette machen, Dinner for One gucken, mit Sekt anstossen und Feuerwerk gucken. Freu mich schon drauf!

sind die nicht sympathisch?

sind die nicht sympathisch?

Silvester Stilleben

Silvester Stilleben

Dencioooooo!!!

Dencioooooo!!!

ich sammle jetzt Haengemattenbilder von mir, hehe!

ich sammle jetzt Haengemattenbilder von mir, hehe!

Und jetzt bin ich seit einer Woche wieder im Buero. Die anderen sind fast noch alle im Urlaub, sodass es ziemlich ruhig ist. Ich habe einen neuen Kollegen, der das Team in Cotabato verstaerken wird, am Flughafen abgeholt und ihm ein bisschen die Stadt sowie die Sprachschule gezeigt, meinen Schreibtisch aus meinem kleinen Einzelraum in den grossen Hauptraum umgeraeumt (Ruhe und Privatsphaere sind ja nett, aber ich fuehle mich wohler, wenn um mich rum Leute sind) und halt den Kram erledigt, der so anfiel.

Freue mich, wenn der Rest der Bande zu Beginn der kommenden Woche wiederkommt und im Buero mehr los sein wird. Und Anfang Februar habe ich schon mein Zwischenseminar. Vorher fliege ich mit einigen anderen Freiwilligen, die an dem Seminar teilnehmen werden (einen davon kenne ich vom Vorbereitungsseminar) eine Woche nach Busuanga und das Seminar selber ist dann in Manila. Es wird also nicht langweilig hier.

Ich hoffe euch geht es allen gut und der fiese nasskalte Matschwinter macht euch nicht allzusehr fertig. Ich habe mich diese Woche dank eiskalter Klimaanlage im Kino erkaeltet, bin aber schon wieder einigermassen fit.

So weit, so gut.

Es gruesst euch ganz herzlich,
eure Lara