Angekommen.
3 09 2010Ich bin in Davao! Zwischen dem Verlassen des Hauses in Bergheim und dem Ankommen in Inges Haus in Davao (Inge ist die Programmleiterin hier, dazu später mehr) vergingen ungefähr 26 Stunden und jetzt habe ich erstmal 16 Stunden geschlafen und gerade geduscht und gefrühstückt. Aber von Anfang an:
Nachdem Mama und Papa mich am Mittwoch am Flughafen in Köln abgesetzt und verabschiedet hatten, war ich trotz einiger Sentimentalität erst einmal sehr guter Dinge. Ich war froh und gespannt und wollte los fliegen. Leider hatte die KLM, mit der ich den Flug Köln-Amsterdam-Manila gebucht hatte, andere Pläne. Aufgrund technischer Probleme verspätete sich unser Flug um eine Stunde, was in Anbetracht der Tatsache, dass ich genau eine Stunde Umsteigezeit in Amsterdam hatte, einer mittleren Katastrophe gleichkam. Im Flugzeug informierte uns die Crew dann auch, dass niemand einen Anschlussflug vor 14.30 Uhr erreichen würde – meiner ging um 14.10 Uhr. Ich war total nervös und angespannt und malte mir schon aus, wie ich auch den Anschlussflug von Manila nach Davao umbuchen müsste und wie lange das alles dauern würde. Als wir um 13.25 Uhr in Amsterdam den Flieger verließen, rannte ich trotzdem los, da ich es wenigstens probieren wollte, meinen Flug noch zu erwischen. Ich hatte Glück, ich schaffte es innerhalb von 15 Minuten von Gate zu Gate (mit Passkontrolle!), und das Boarding war noch in vollem Gang. Der Flug nach Manila war dann relativ ereignislos und ließ sich dank Entertainmentcenter gut aushalten. Schlafen konnte ich wegen schreiender Kinder leider kaum, aber als es wieder hell wurde (so gegen 1 Uhr nachts deutsche Zeit), war ich auch wieder wach. Kurz vor Ende des Flugs machte ich den Fehler, mich als Deutsche zu erkennen zu geben, weil es zwischen meiner dänischen Sitznachbarin und dem deutschen Mann neben ihr Verständigungsprobleme gab, woraufhin der nette deutsche Herr mir sein gesammeltes Wissen zu den Philippinen mitteilte. Man braucht es nicht im Detail zu wiederholen, aber ich war extrem genervt von den Verallgemeinerungen und dem permanenten Schlecht-machen. Vor allem Davao und das philippinische Essen kamen in seinen Beschreibungen sehr schlecht weg. Auf meine gereizte Nachfrage, warum er seit Jahren mehrere Monate pro Jahr Urlaub auf den Philippinen machte, wenn alles so furchtbar sei, antwortete er, alles sei ja gar nicht so schlimm, und außerdem gäbs bei ihm um die Ecke eine deutsche Bäckerei. Na herzlichen Glückwunsch.

Werbung für eine philippinische fast-food-Kette am Flughafen in Manila
Der Transfer vom internationalen Terminal in Manila zu den Inlandsflügen war völlig unproblematisch. Beim Einchecken zum Flug nach Davao musste ich dann allerdings 15 kg Übergepäck nachzahlen, was mich ein bisschen geärgert hat. Zum Glück habe ich pro Kilo nur 100 Pesos bezahlt, das sind noch nicht mal zwei Euro – da war ich dann wieder etwas besänftigt. Nachdem ich sechs Stunden in Manila gewartet hatte, hatte mich der Jetlag anscheinend eingeholt und ich war extrem müde. So verschlief ich dann auch den Flug nach Davao konsequenterweise komplett und wurde erst wach, als die Ankündigung auf den Landeanflug kam. Am Flughafen holte mich Olivia ab, die jetzige weltwärts-Freiwillige, die in ca. 10 Tagen abreisen wird. Wir fuhren mit dem Taxi einmal quer durch die Stadt zu Inges Haus, wo ich untergebracht bin, bis Olivias Wohnung frei wird. Das Haus ist sehr schön und ich habe ein eigenes Zimmer mit einem Bett, das mir gestern Abend wie der Himmel vorkam. Inge war nicht zu Hause, aber ich war zu fertig, um mich noch mit ihr, Henning (einem anderen deutschen Kollegen, der im Westen in Cotabato arbeitet) und Olivia auf ein Bier zu treffen. Nachdem Olivia und ich noch ein bisschen gequatscht hatten und sie mich mit Wasser und Käsetoast versorgt hatte, bin ich ins Bett gegangen. Wie erwähnt schlief ich 16 Stunden, allerdings mit kurzen Unterbrechungen. Es ist wirklich ziemlich heiß (auch wenn ich anscheinend eine der angenehmeren Zeiten erwischt habe – ich bin gespannt) und die Geräusche waren teilweise sehr fremd. Allerdings gab es auch Froschkonzerte, die mich sehr an Sommernächte in Quadrath erinnerten 😉
Der erste Sonnenaufgang vor meinem Zimmerfenster.
Jetzt kommt Olivia mich gleich abholen und wir machen ein paar Besorgungen. Keine Ahnung, was genau, aber eine SIM-Karte und Adapter für die Steckdose werden dazu gehören.
Ich hab schon ein bisschen Schiss vor meiner eigenen Courage und was ich mir hier eigentlich vorgenommen habe. Aber jetzt, wo ich ausgeschlafen bin, geht’s mir schon direkt viel besser und ich freue mich auf den Tag. Melde mich dann bald wieder. Und freue mich auf Nachricht von euch!
Küsse und Umarmungen,
eure Lara
na das hört sich doch schonmal alles sehr gut an! 🙂 denn nochmal weiterhin viel Spaß, wird sicherlich ne spitzen Sache! (auch ohne deutsche Bäckerei ums Eck…)
Liebe Lara,
auch hier ist die Adresse unter den Favoriten gespeichert. Selbst Du wirst nicht so viel schreiben können, wie ich nachgucke.
Schön, dass der Fehlstart nicht die Ankunft vermasselt hat.
Wahrscheinlich denken viele Freunde und Verwandten jetzt noch mehr an Dich als zu Deiner Bonner Zeit. Für mich trifft das jedenfalls zu.
Beste Wünsche für einen guten Start und
Knuddeldings
Mama